Köln: TATORT Kurdistan Konferenz, 15.-17.04.2011

„Globalisierte Kriegsführung – Geostrategische Interessen der BRD in Kurdistan“ im Naturfreundehaus Köln-Kalk

Hintergrund:
Kurdistan hat für Europa und dabei insbesondere für die BRD eine entrale geostrategische Bedeutung – nicht nur als wichtigster Absatzmarkt für ihre Rüstungsgüter, sondern auch aufgrund seiner geografischen Lage als Tor zu den rohstoffreichen Regionen des Nahen Ostens und des Kaukasus.
Bereits im 19. Jahrhundert bestand daher eine enge Beziehung zwischen dem Deutschen und dem Osmanischen Reich, wodurch z.B. dem Genozid an den Armeniern im ersten Weltkrieg schweigend zugesehen wurde. Die heutigen Bundesregierungen spielen derweil eine sehr aktive Rolle im Kriegstreiben in Kurdistan. Seit sich die kurdische Bevölkerung seit Anfang der 1980er Jahre erfolgreich gegen ihre Leugnung und Ausbeutung zur Wehr setzt, ist die BRD bei der Aufstandsbekämpfung in militärischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht neben den USA die wichtigste unterstützende Kraft für die Türkei. In der Konferenz möchten wir die geschichtliche Entwicklung nachzeichnen, die aktuelle Rolle der BRD beleuchten und vorallem über Handlungsoptionen gegen die deutsche Kriegsbeteiligung in Kurdistan und weltweit diskutieren.

Programm:

Freitag 15.4.
19 Uhr
Begrüssung, Kampagne TATORT Kurdistan

20-22 Uhr
Geschichtliche Perspektiven:
Politische, wirtschaftliche und militärische Beziehungen der deutschen und osmanisch-türkischen Staaten vom 19. Jahrhundert bis in die Anfangszeit der NATO in den 1950er Jahren Referent: Murat Çakır, RLS Geschäftsführer Hessen, Kolumnist und Analyst

Samstag 16.4.

8:30 bis 9:30 Uhr Frühstück

10-13 Uhr
Aktuelles:
Politische und wirtschaftliche Bedeutung Kurdistans für die BRD heute: Deutsche Wirtschaftsprojekte in der Türkei und im Irak und die Rolle der EU in den deutsch-türkischen Beziehungen Referent: Nebi Kesen, Dipl.Volkswirt und Steuerberater

13-14 Uhr Mittagessen

15-18 Uhr
Militärische Zusammenarbeit zwischen der BRD und der Türkei und die Frage nach Handlungsoptionen für Friedensaktivist_innen hier in Deutschland Referent: Hartmut Ring, Bundessprecher der PädagogInnen für den Frieden, Arbeitskreis Rüstungsgeschäfte in Hamburg

Sonntag 17.4.

8:30 bis 9:30 Uhr Frühstück

10-12:30 Uhr
Deutsche Kriegsführung in den Medien und die damit verbundene Rolle von Repression gegen die kurdische Bewegung hier in der BRDReferentin: Brigitte Kiechle, Rechtsanwältin und Publizistin

12:30 – 14 Uhr
Perspektiven der TATORT Kurdistan Kampagne, Diskussion

Ort:
Naturfreundehaus Köln-Kalk
Kapellenstraße 9a
51103 Köln
U-Bahnof ‘Kalk Kapelle’

Anmeldung bei: tatort_kurdistan@aktivix.org

veranstaltet von:
ISKU – Informationsstelle Kurdistan e.V.
in Zusammenarbeit mit der Kampagne TATORT Kurdistan
gefördert durch Rosa Luxemburg Stiftung

Organisatorisches:
Teilnehmer_innenbeitrag nach Selbsteinschätzung 5-15 € und kostenlos für all diejenigen, die kein Geld haben

Übernachtungsmöglichkeiten im Naturfreundehaus mit vorheriger Anmeldung 13 € pro Nacht in 2 bis 4 Bett-Zimmern

Essen: für Frühstück am Samstag und Sonntag und Mittagessen am Samstag ist gegen Spende gesorgt